July 24, 2006

Jetzt kann ichs ja schreiben…


.. diese Story passierte mir genauso am Tag der Abgabe.

Jeder, der schon mal eine umfangreichere Arbeit abgegeben hat, kennt sicherlich diese Angst. Das Werk ist bereits gebunden und man traut sich gar nicht mehr darin zu blättern, um nicht doch noch irgend einen ganz dummen Fehler zu finden. So ging es auch mir. Zwei Tage lagen zwei gebundene sowie eine gelochte Version der Arbeit fertig auf meinem Schreibtisch. Der Abgabetermin rückte immer näher und in mir wuchs die Freude darüber, endlich fertig zu sein. Am Tag der Abgabe packte ich alle drei Exemplare sorgfältig in einen Karton und brachte sie zur Uni. Auf dem Weg zum Sekretariat traf ich ein paar Kommilitonen. Alle wollten ihre Diplomarbeiten abgeben und jeder wollte die Arbeiten der anderen sehen. Mit einem unguten Gefühl gab ich auch meine Arbeit rum – und tatsächlich, es dauerte nicht lang bis S. auf mich zukam und mich fragte ob das so richtig sei. Mir lief ein kalter Schauer den Rücken hinunter: ein Fehler, auf dem Deckblatt, im Titel. Anstatt eines ‚n’ ein ‚m’. Seit Wochen habe ich das Deckblatt nicht mehr verändert, seit Wochen lesen unzählige Leute über die Arbeit und niemand hat diesen Fehler gesehen. Noch zirka 40 Minuten bis zum letztmöglichen Abgabetermin und ein Fehler im Deckblatt. Die gebundenen Ausgaben konnte ich beim besten Willen nicht mehr ändern. Aber das gelochte Dokument – dieses Exemplar war das wichtige, denn das prüfen die Gutachter. Bis nach Hause und zurück hätte ich es nicht mehr geschafft. Aber J. war bei mir und die einzige Chance bestand darin, dass J. mir das Deckblatt ausdrucken und zur Uni bringen würde. Ich rief J. an und erklärte alles. Das sollte klappen, dachte ich. Bis kurz darauf J. zurückrief: Es war kein weißes Druckpapier in der Wohnung zu finden. Es musste doch noch irgendwo nur ein einziges weißes Blatt Papier in der Wohnung zu finden sein. Das Klingeln beim Nachbarn brachte auch keine Lösung. Und dann die erlösenden Worte im Telefon „Ich hab doch noch ein paar Blätter gefunden“. 25 Minuten bis zur Abgabe. Nun muss alles klappen. 20 Minuten später traf ich J. am Uni-Eingang und nahm das korrigierte Deckblatt entgegen. Schnell noch lochen, einheften und dann ganz schnell zum Sekretariat und abgeben. Ich atmete tief durch. Der Tag war gelaufen.

“Als es passierte stand die Sonne hoch am Himmel. Der Nachmittag brachte eine Antwort und die Erlösung.”
(‚Als es passierte’ von Paula)

2 Kommentare »

  1. Tja, in der Tat, wer kennt das nicht ? Nicht viel anders erging es mir in meiner Diplomarbeit. Ein Typo gleich am Anfang im ersten Satz der Einleitung. Leider habe ich es erst nach der Abgabe bemerkt.

    Comment by Axel Magard — August 17, 2006 @ 9:09 am

  2. ahhh, krass! aber die note hats dir nicht versaut :-))

    Comment by Jutta — October 30, 2007 @ 3:56 pm

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